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Digitale Identität statt Gesundheitskarte: Sichere Gesundheitsservices und elektronisches Signieren

Der Ersatz der elektronischen Gesundheitskarte durch eine digitale ID vereinfacht Prozesse und erhöht den Nutzungskomfort.
Lesezeit: 3 Minuten
Inhaltsindex

Kurz erklärt

Ab dem 1. Januar 2026 können sich Versicherte im deutschen Gesundheitswesen mit einer digitalen Identität ausweisen – rechtlich gleichgestellt mit der elektronischen Gesundheitskarte. Diese digitale ID wird von der Krankenkasse bereitgestellt, etwa über eine App oder ein Wallet, und ermöglicht Authentifizierung, Verschlüsselung und sogar qualifizierte elektronische Signaturen. Der Gang zur physischen Karte wird damit zunehmend überflüssig – sichere digitale Prozesse rücken in den Mittelpunkt.

Wichtige Änderungen zum 1. Januar

Die Gesundheitskarte steckt im Portemonnaie – das Smartphone längst in der Hand. Genau hier setzt ein grundlegender Wandel im Gesundheitswesen an: Die digitale Identität steht kurz davor, die physische elektronische Gesundheitskarte (eGK) abzulösen. Was auf den ersten Blick nach einer reinen Komfortfunktion klingt, markiert in Wahrheit einen Meilenstein für sichere digitale Prozesse, medienbruchfreie Kommunikation und rechtswirksames elektronisches Signieren im Gesundheitskontext.

Ab dem 1. Januar 2026 wird dieser Wandel Realität. Versicherte können sich dann im deutschen Gesundheitswesen mit einer digitalen Identität ausweisen – rechtlich gleichgestellt mit der bisherigen Gesundheitskarte. Damit öffnet sich die Tür zu einem vollständig digitalen Identitäts- und Vertrauensökosystem, das weit über den klassischen Versichertennachweis hinausgeht.

Digitale Identität wird gesetzlicher Standard im Gesundheitswesen

Die rechtliche Grundlage für diesen Paradigmenwechsel ist klar definiert: § 291 Abs. 2 SGB V in der neuen Fassung, geändert durch das Digitale-Gesetz. Darin ist festgelegt, dass die digitale Identität ab dem 1. Januar 2026 in gleicher Weise wie die elektronische Gesundheitskarte zur Authentisierung von Versicherten und als Versichertennachweis dient.

Für die Praxis bedeutet das: Krankenkassen können ihren Versicherten künftig eine gesicherte elektronische Identität bereitstellen – beispielsweise über eine App oder ein digitales Wallet. Diese digitale Identität übernimmt die Funktionen der bisherigen Karte und wird damit zum zentralen Zugangsschlüssel für digitale Gesundheitsanwendungen.

Die konkreten Sicherheits- und Interoperabilitätsanforderungen werden durch die gematik definiert. Damit ist sichergestellt, dass digitale Identitäten im Gesundheitswesen höchsten Standards in Bezug auf Datenschutz, IT-Sicherheit und Vertrauenswürdigkeit entsprechen.

Abschied von der Karte: Mehr Komfort, gleiche Sicherheit

Der Wegfall der physischen Gesundheitskarte ist vor allem für Patientinnen und Patienten ein spürbarer Fortschritt. Für viele Anwendungen entfällt perspektivisch das Einstecken der Karte in ein Lesegerät. Stattdessen genügt die Anmeldung über das Smartphone – schnell, intuitiv und ortsunabhängig.

Gerade beim Zugriff auf digitale Dienste wie die elektronische Patientenakte zeigt sich der Mehrwert: Die Authentifizierung erfolgt direkt über die digitale Identität, ohne zusätzliche Hardware oder Medienbrüche. Gleichzeitig bleibt das hohe Sicherheitsniveau erhalten, da die Identität eindeutig einer Person zugeordnet und kryptografisch abgesichert ist.

Dieser Ansatz folgt einem übergeordneten Trend: weg von kartenbasierten Authentifizierungsverfahren, hin zu flexiblen, nutzerzentrierten Identitätsdiensten.

Digitale Identität als Basis für elektronisches Signieren

Besonders relevant ist die neue digitale Identität im Zusammenhang mit elektronischem Signieren. Denn die bereitgestellte Identität ermöglicht – analog zur bisherigen Gesundheitskarte – nicht nur die Authentifizierung, sondern auch Verschlüsselung und qualifizierte elektronische Signaturen.

Damit lassen sich medizinische Dokumente, Einwilligungserklärungen oder Verträge vollständig digital und rechtswirksam unterzeichnen. Die digitale Identität wird so zur zentralen Vertrauensbasis für verbindliche digitale Prozesse im Gesundheitswesen.

Gerade qualifizierte elektronische Signaturen spielen hier eine Schlüsselrolle. Sie sind der handschriftlichen Unterschrift rechtlich gleichgestellt und erfüllen höchste Anforderungen an Sicherheit und Nachweisbarkeit. Durch die Integration in digitale Identitätslösungen wird das Signieren einfacher, schneller und nahtlos in bestehende Prozesse eingebettet.

Mehr als nur Gesundheitswesen: Ein Baustein für digitale Ökosysteme

Auch wenn der gesetzliche Fokus zunächst auf dem Gesundheitswesen liegt, ist die Perspektive deutlich weiter. Eine staatlich anerkannte, hochsichere digitale Identität eröffnet Anknüpfungspunkte für zahlreiche weitere Anwendungsbereiche – von Verwaltungsleistungen über Versicherungen bis hin zu Vertragsabschlüssen im privaten und beruflichen Alltag.

Digitale Identitäten entwickeln sich damit zu einem zentralen Infrastrukturbaustein der digitalen Gesellschaft. Sie verbinden Nutzerfreundlichkeit mit regulatorischer Sicherheit und schaffen Vertrauen in digitale Interaktionen – ein entscheidender Faktor für die Akzeptanz und Skalierung digitaler Dienste.

Vertrauen als Schlüssel für den digitalen Wandel

Der Erfolg der digitalen Identität als Gesundheitskarten-Ersatz hängt maßgeblich vom Vertrauen der Nutzerinnen und Nutzer ab. Transparente Prozesse, klare rechtliche Rahmenbedingungen und höchste Sicherheitsstandards sind dabei unverzichtbar.

Gerade qualifizierte Vertrauensdienste tragen dazu bei, dass digitale Identitäten, Authentifizierungsverfahren und elektronische Signaturen zuverlässig, interoperabel und rechtsgültig funktionieren – auch über einzelne Anwendungen hinaus.

Fazit: Ein logischer Schritt in Richtung digitale Zukunft

Mit der Einführung der digitalen Identität ab 2026 macht das Gesundheitswesen einen konsequenten Schritt in Richtung Zukunft. Der Ersatz der elektronischen Gesundheitskarte durch eine digitale ID vereinfacht Prozesse, erhöht den Nutzungskomfort und schafft gleichzeitig die Grundlage für sichere elektronische Signaturen.

Was heute im Gesundheitswesen beginnt, könnte schon bald zum Standard für zahlreiche weitere digitale Interaktionen werden. Die digitale Identität ist damit weit mehr als ein Kartenersatz – sie ist ein Schlüssel zu effizienten, sicheren und vertrauenswürdigen digitalen Services.

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